Klima schützen und Tradition erhalten

Die Molkerei Neff im Zürcher Oberland ist ein traditioneller Familienbetrieb. Nach der Übernahme des Geschäfts im vergangenen Jahr setzt Betriebsleiter Thomas Neff durchaus auf Bewährtes, räumt aber auch Innovation, Klimaschutz und mehr Energieeffizienz viel Raum ein. Der Wechsel zu einem umweltfreundlicheren Kältemittel in seiner Kühlanlage trägt seinen Teil dazu bei.

Thomas Neff begrüsst uns in seiner Molkerei so freundlich, wie sich auch das Wetter an diesem sonnigen Tag im Zürcher Wald präsentiert. Der Familienbetrieb existiert bereits seit 40 Jahren. Der Jungunternehmer hat ihn 2024 von seinen Eltern übernommen. Im Grunde genommen macht Thomas Neff in der Molkerei noch genau das Gleiche wie seine Eltern: Er verarbeitet Milch zu verschiedenen Endprodukten. Bei näherem Hinsehen stellen wir jedoch fest, dass fast nichts mehr so ist wie früher. Den Verkaufsladen, der einst auch die Produktion enthielt, gibt es nicht mehr. Die Produktionsstätte ist auf ein benachbartes Stück Land verlegt worden und ist heute um ein Vielfaches umfangreicher.

Die Molkerei Neff beliefert vor allem grosse Abnehmer aus Industrie oder Detailhandel. «Die Zeiten, in denen Leute mit dem Milchkännli vorbeikamen, um ihre paar Liter Milch abzuholen, sind definitiv vorbei», konstatiert Thomas Neff schmunzelnd. Heute laufen im Sekundentakt Milchflaschen und Joghurtbecher vom Band. 3’500 Liter Milch werden pro Stunde kontinuierlich erhitzt und wieder gekühlt. Start der Produktion ist jeweils frühmorgens um halb sechs.

Der gelernte Milchtechnologe und Molkereimeister Neff packt selbst überall mit an. Er hat nach seiner Ausbildung ein Nachdiplomstudium in Wirtschaft absolviert und erledigt anfallende Büroarbeiten mit ein wenig Unterstützung bei der Buchhaltung allein. Im Betrieb haben so neben Tradition auch viel Innovation und Entwicklergeist Platz.

Thomas Neff ist ein findiger Unternehmer. Wann immer möglich, setzt er in seinem Betrieb Massnahmen für Klimaschutz und Energieeffizienz um.

Förderung ermöglichte weitere Investitionen

Thomas Neff tüftelt gern an neuen Produkten, zum Beispiel solchen aus regionaler Hafermilch. Ihm ist wichtig, überall dort, wo es möglich ist, Massnahmen für mehr Klimaschutz und Effizienz umzusetzen – sei es in der Produktion oder in Sachen Energieeffizienz. Deshalb zögerte er auch nicht, als ihm sein Servicetechniker im vergangenen Jahr bei der Wartung der Kühlanlage einen Wechsel des Kältemittels und eine damit verbundene Förderung empfahl. «Wir haben die Anlage 2009 installiert. Einen kompletten Ersatz konnten wir uns als KMU nicht leisten, weil dieser mit vielen weiteren Sanierungsarbeiten einhergegangen wäre. Die finanzielle Unterstützung der Stiftung KliK hat uns den notwendigen Spielraum gegeben, um in weitere Effizienzmassnahmen zu investieren», sagt Thomas Neff.

So konnte die Molkerei zusätzlich eine Wärmepumpe anschaffen, die mit der Abwärme aus der Kühlanlage die Gebäude heizt. Neff führt uns in einen Raum im Keller, der neben der Kühlanlage liegt. Er zeigt auf ein grosses Display und erklärt: «Dies ist die elektronische Steuerung unserer ganzen Energieversorgung. Wir konnten sie dank der Förderung ebenfalls neu installieren.» Neff kontrolliert damit genau, welche Mengen welcher Energie wohin fliessen.

Die Investitionen in die zusätzlichen Anlagen haben sich gelohnt: Mit der Abwärme der Kälteanlage wird nicht nur in den Gebäuden der Molkerei geheizt, sondern sie liefert auch das gesamte Warmwasser für den Betrieb und beheizt obendrein das Wasser des benachbarten Freibads.